BUrteils- & Entscheidungsfehler

Repräsentativitätsheuristik

Representativeness Heuristic

Urteile über Wahrscheinlichkeiten basierend auf Ähnlichkeiten zu Stereotypen statt auf statistischen Grundlagen.

Beispiel

Linda ist 31, Single, intelligent und engagiert sich für soziale Gerechtigkeit. Ist sie wahrscheinlicher a) Bankangestellte oder b) Bankangestellte und Feministin? Die meisten wählen b) – obwohl das mathematisch unmöglich ist.

Typische Wirkung

Statistische Grundwahrscheinlichkeiten werden ignoriert, Stereotype überbewertet.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Das "Linda-Problem" von Kahneman und Tversky ist ein Klassiker: Die Konjunktion zweier Ereignisse kann nie wahrscheinlicher sein als ein einzelnes Ereignis. Doch 85% der Befragten ignorieren diese Logik zugunsten des "passenden" Narrativs.

So funktioniert der Mechanismus

Das Gehirn bevorzugt kohärente Geschichten über statistische Wahrheit. Je mehr Details ein Szenario enthält, desto "echter" wirkt es – obwohl jedes Detail die Gesamtwahrscheinlichkeit verringert.

Im Alltag erkennbar

Personalauswahl: Kandidaten nach Typizität statt Kompetenz
Diagnostik: Seltene Krankheiten vermuten bei typischen Symptomen
Recht: Plausible Narrative übertrumpfen Beweise
Investments: "Typische Gewinneraktien" identifizieren wollen

Gegenstrategien

1.Immer nach Basisraten fragen: "Wie häufig ist das generell?"
2.Statistisches Denken trainieren
3.Priors berücksichtigen: Welche Vorwahrscheinlichkeit gibt es?
4.Bei "perfekten Geschichten" skeptisch werden

Verwandte kognitive Verzerrungen

Base Rate NeglectConjunction FallacyGamblers FallacyInsensitivity to Sample Size