DSelbstbezogene Denkfallen

Optimismus-Verzerrung

Optimism Bias

Die Tendenz, positive Ereignisse für wahrscheinlicher zu halten als negative, bezogen auf das eigene Leben.

Beispiel

Die meisten Menschen glauben, sie werden überdurchschnittlich alt, haben überdurchschnittlich glückliche Ehen und werden unterdurchschnittlich oft krank – was statistisch unmöglich ist.

Typische Wirkung

Unzureichende Vorsorge, unterschätzte Risiken, unrealistische Planungen.

Wissenschaftlicher Hintergrund

80% der Menschen halten sich für überdurchschnittlich gute Autofahrer. Der Bias ist neuronal verankert: Die Verarbeitung positiver Zukunftsszenarien aktiviert andere Gehirnareale als negative. Interessant: Depressive Menschen zeigen weniger Optimism Bias – sie sind "realistischer".

So funktioniert der Mechanismus

Der Bias hat evolutionäre Funktion: Er motiviert zum Handeln und schützt vor lähmender Angst. Menschen mit moderatem Optimism Bias sind oft erfolgreicher, weil sie mehr wagen. Extremer Optimismus wird aber zur Gefahr.

Im Alltag erkennbar

Gesundheit: "Krebs bekommen die anderen"
Finanzen: "Meine Investments werden überdurchschnittlich performen"
Projekte: Planning Fallacy – Zeit und Kosten unterschätzen
Risikoverhalten: "Mir passiert schon nichts"

Gegenstrategien

1.Basisraten recherchieren: "Wie oft passiert das statistisch?"
2.Pre-Mortem-Analyse bei Projekten
3.Systematisch nach Risiken suchen
4.Erfahrungen anderer in ähnlichen Situationen studieren

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