CSoziale Denkfallen

Eigengruppen-Bevorzugung

In-Group Bias

Die Tendenz, Mitglieder der eigenen Gruppe positiver zu bewerten und zu bevorzugen als Außenstehende.

Beispiel

Fans des eigenen Fußballvereins werden als leidenschaftlich gesehen, Fans des Gegners als aggressiv. Selbst willkürliche Gruppenzugehörigkeiten (z.B. gleiche T-Shirt-Farbe) erzeugen Bevorzugung.

Typische Wirkung

Diskriminierung, verzerrte Urteile, verpasste Kooperationschancen.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Tajfels "Minimal Group Paradigm" zeigte: Selbst völlig willkürliche Gruppeneinteilungen (z.B. Münzwurf) führen zu Bevorzugung der eigenen Gruppe. Die Präferenz ist tief evolutionär verankert.

So funktioniert der Mechanismus

Gruppenzugehörigkeit ist Teil der Identität. Die eigene Gruppe aufzuwerten, wertet das Selbst auf. Zudem sind Gruppenmerkmale leichter verfügbar, was Stereotype verstärkt.

Im Alltag erkennbar

Nationalismus: Die eigene Nation für überlegen halten
Unternehmen: Abteilungsdenken, Silos
Sport: Extreme Rivalitäten
Religion: Intoleranz gegenüber anderen Glaubensrichtungen

Gegenstrategien

1.Gemeinsame übergeordnete Identitäten schaffen
2.Individuen statt Gruppen bewerten
3.Kontakt zwischen Gruppen fördern
4.Die eigene Gruppenidentifikation reflektieren

Verwandte kognitive Verzerrungen

Out-Group HomogeneityUltimate Attribution ErrorMinimal Group ParadigmTribalism