CSoziale Denkfallen

Halo-Effekt

Halo Effect

Die Tendenz, von einer positiven Eigenschaft auf andere positive Eigenschaften zu schließen.

Beispiel

Eine attraktive Person wird automatisch auch als kompetenter, freundlicher und vertrauenswürdiger eingeschätzt.

Typische Wirkung

Oberflächliche Merkmale überlagern die objektive Beurteilung von Fähigkeiten.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Edward Thorndike entdeckte 1920, dass Vorgesetzte Soldaten entweder in allen Bereichen gut oder schlecht bewerteten. Ein positiver Ersteindruck "strahlt" auf alle anderen Bewertungen aus. Der umgekehrte "Horns-Effekt" wirkt ebenso stark.

So funktioniert der Mechanismus

Konsistenzstreben: Das Gehirn bevorzugt widerspruchsfreie Urteile. Ein positiver erster Eindruck wird durch selektive Wahrnehmung und Interpretation aufrechterhalten.

Im Alltag erkennbar

Bewerbungen: Attraktive Kandidaten werden bevorzugt
Marken: Gute Produkte → alle Produkte der Marke gut
Politik: Sympathie überträgt sich auf Kompetenzwahrnehmung
Schule: Frühe gute Noten beeinflussen spätere Bewertung

Gegenstrategien

1.Strukturierte Bewertungskriterien verwenden
2.Eigenschaften isoliert bewerten
3.Mehrere Beurteiler einsetzen
4.Bewusst nach widersprüchlichen Informationen suchen

Verwandte kognitive Verzerrungen

Horn EffectPhysical Attractiveness StereotypeBeautiful-is-Good StereotypeFirst Impression Bias