CSoziale Denkfallen

Gruppendenken

Groupthink

Die Tendenz von Gruppen, Konsens über kritische Analyse zu stellen, um Konflikte zu vermeiden.

Beispiel

Im Team-Meeting hat niemand Einwände gegen einen fragwürdigen Plan – alle nicken, obwohl mehrere insgeheim Bedenken haben.

Typische Wirkung

Fehlentscheidungen, weil abweichende Meinungen unterdrückt werden.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Irving Janis prägte den Begriff nach Analyse historischer Fehlentscheidungen wie der Schweinebucht-Invasion. Symptome: Illusion der Unverwundbarkeit, kollektive Rationalisierung, Selbstzensur, Illusion der Einstimmigkeit.

So funktioniert der Mechanismus

Kohäsive Gruppen entwickeln eigene Normen. Abweichende Meinungen gefährden die Gruppenzugehörigkeit. Das Bedürfnis nach Harmonie und Akzeptanz überschreibt kritisches Denken – oft unbewusst.

Im Alltag erkennbar

Vorstandsentscheidungen: Keiner widerspricht dem CEO
Teams: Innovationskritik wird als Störung empfunden
Politik: Parteilinientreue über Sachdiskussion
Familien: "Darüber spricht man nicht"

Gegenstrategien

1.Institutionalisierte Gegenrede: Advocatus Diaboli benennen
2.Anonyme Abstimmungen vor Diskussion
3.Führungskraft äußert Meinung zuletzt
4.Externe Perspektiven systematisch einbeziehen

Verwandte kognitive Verzerrungen

Conformity BiasBandwagon EffectSocial ProofPluralistic Ignorance